Wie beendet man die Wichtelzeit am 24. Dezember ohne Tränen?
Der 24. Dezember braucht einen Abschied mit Datum, kein stilles Verschwinden: einen letzten Brief, ein kleines Andenken und einen klaren Grund, warum der Wichtel jetzt zurück in den Norden muss. Wer das Ende drei bis vier Tage vorher ankündigt, hat am 25. Dezember keine Tränen im Haus.
Ankündigen, spätestens ab dem 20.
Der Abschied darf keine Überraschung sein. Ab dem 20. Dezember taucht er in den Zetteln auf, erst beiläufig, dann deutlicher: Bald muss ich zurück, die anderen warten. Kinder verarbeiten Abschiede über Wiederholung, nicht über Sanftheit. Vier kleine Hinweise sind leichter zu tragen als ein großer Brief am Heiligabend. Und sie geben dem Kind Zeit, selbst etwas vorzubereiten, ein gemaltes Bild zum Beispiel, das am Morgen weg ist.
Der Abschiedsmorgen
Am 24. oder in der Nacht darauf liegt der letzte Brief vor der Tür, diesmal etwas länger als sonst, mit drei Erinnerungen an konkrete Nächte. Daneben etwas, das bleibt: eine winzige Mütze, ein Schlüssel für nächstes Jahr, ein Bündel gesammelter Zettel. Manche Familien nehmen die Tür ab und packen sie mit dem Weihnachtsschmuck weg, andere lassen sie hängen und der Bewohner ist einfach verreist. Beides funktioniert, solange es angekündigt war.
Die Frage: Kommt er wieder?
Antwortet mit einem Datum, nicht mit einem Vielleicht. Nächsten Winter, wenn es früh dunkel wird. Das ist für ein Kind ein greifbarer Zeitpunkt, kein Trostpflaster. Was den Abschied kaputt macht, ist die Figur, die am 27. Dezember noch neben dem Weihnachtsbaum liegt, oder eine Tür, hinter der bis Ostern jemand wohnen soll. Ein Ende, das nicht endet, wird zum Alltagsgegenstand, und im nächsten November fängt niemand mehr bei null an.
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