Im Register der Innung steht die Mehlspur ganz vorn, und das hat einen Grund: Sie ist der Streich mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Morgengesicht. Nichts geht kaputt, nichts fehlt hinterher, und trotzdem war heute Nacht unübersehbar jemand da.
So wird sie gelegt
- Eine Handvoll Mehl in eine Schüssel, dazu die eigene Faust
als Werkzeug: Der kleine Fingerballen, in Mehl getaucht und
aufgetupft, ergibt eine Sohle. Drei Fingerspitzen darüber sind die
Zehen.

- An der Tür beginnen. Eine Spur führt IMMER von der
Wichteltür weg, nie darauf zu. Er kam ja heraus.

- Kleine Schritte, leichte Kurve. Wichtel laufen nicht
schnurgerade, sie laufen neugierig: zur Milchreis-Schale, am
Stuhlbein vorbei, einmal ums Tischbein herum.

- Die Spur endet mitten im Raum. Einfach aufhören. Eine Spur,
die ins Nichts führt, erzählt mehr als eine, die irgendwo ankommt.
Wohin ist er? Eben.

- Beweis sichern lassen. Kinder wollen so etwas fotografieren,
bevor aufgeräumt wird. Zeit dafür lassen, das gehört dazu.

Aufräumen
Handfeger oder Staubsauger, zwei Minuten, keine Rückstände auf Teppich, Dielen oder Fliesen. Auf sehr dunklem Boden funktioniert Mehl am besten, auf hellem nehmt Kakao. Der riecht dazu noch nach Werkstatt.
Die Mehlspur ist als Einstiegsstreich zugelassen und verjährt nicht. Wiederholung erwünscht, aber nie zweimal derselbe Weg: Wer nachts denselben Weg geht wie letzte Woche, wird berechenbar. Und berechenbar, das sind wir nie.
Der Fall des verschwundenen Milchreises
Eine Tür in einer halben Stunde
Im Dezember wird das hier lebendig.
Euer Wichtel, jede Nacht fast erwischt. Nie ganz. Das Starterset bringt die App und die Wichtelkamera aus Holz in einer Box: Early Bird 24,99 €, danach 29,99 €.